Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste

Meckenbeuren sz Sechs ehrenamtliche Verkehrshelfer sichern in den nächsten vier Wochen für die Schüler der Meckenbeurer Albrecht-Dürer-Grundschule den Überweg B 30/Einmündung Bahnhofstraße zusätzlich ab und ermöglichen vor allem den Erstklässlern eine möglichst gefahrlose Überquerung der stark frequentierten B 30.

I. S., seit sechs Jahren als Verkehrshelferin tätig, organisiert den Lotsendienst und erzählte bei der diesjährigen Einweisungsveranstaltung am Dienstagnachmittag zunächst über den Werdegang der Aktion. Mit dem „Walking-Bus“ habe es damals angefangen, nachdem sich Eltern der Erstklässler ob der Gefährlichkeit des Schulweges ernsthaft Sorgen gemacht hatten. Dabei wurden die Kinder jeweils von einer Mutter an „Haltestellen“ entlang des Schulweges mitgenommen und gemeinsam zu Fuß zur Schule und zurück gebracht. Nach drei Jahren wurde die Aktion sodann auf den Lotsendienst an der Ampel beim Gasthof Adler „eingekürzt“, so I. S..

Im dritten Jahr macht I. B. den ehrenamtlichen Dienst als Verkehrshelferin mit. Die offensichtliche und täglich sichtbare Gefahrenstelle an dieser Kreuzung sei es gewesen, die sie zum Mitmachen motiviert habe. „Die Autofahrer sind einfach aufmerksamer, wenn sie jemanden in der gelben Weste sehen“, weiß sie zu berichten.

Mit I. S., I. B., H. M.-S., B. S., R. K. und H. J. haben sich für das eben begonnene neue Schuljahr sechs Ehrenamtliche für diesen wichtigen Dienst zur Verfügung gestellt.

Darüber freute sich neben Rektorin S. H. auch Polizeihauptmeister K.-H. K., mit dem vor Start des Lotsendienstes am Montag noch einmal wichtige Details abgesprochen wurden. Auch K. sieht es als wesentlichen Sicherheitsgewinn für die Kinder, wenn die Gefahrenstellen, so am Überweg B 30/Bahnhofstraße, durch Verkehrshelfer mit ihren gelben Westen sichtbar und erkennbar werden.

Wesentlich ist es für den Polizeihauptmeister aber auch, dass bei den Erstklässlern „die Eltern mit ins Boot genommen werden“. Sie sollten den Weg mit ihren Kleinen in den ersten Schultagen abgehen und auf die Einhaltung des im Schulwegplan empfohlenen Weges achten. Wichtig sei dabei grundsätzlich auch die Erkenntnis, dass der kürzeste Weg nicht immer auch der Sicherste sei, so K.. Auch nach den Herbst- und Weihnachtsferien werden die Verkehrshelfer je eine Woche lang den Überweg B 30/Bahnhofstraße zusätzlich absichern.

Karl Gälle