Betreuung: Es mangelt an Platz – Gespräche und Diskussionen angesichts der Situation an der Albrecht-Dürer-Schule

Betreuung an der Schule - wie sie als Zwischenlösung in den gegebenen Räumlichkeiten an der Albrecht-Dürer-Schule aussehen kann, darüber gab es und gibt es weiterhin Gespräche. (Foto: Shutterstock)

Meckenbeuren / sz Neun Betreuerinnen, drei Vertreter des Elternbeirates, Schulleitung und Hausmeister der Albrecht-Dürer-Schule haben sich am Donnerstag mit der Rathausverwaltung getroffen, um die Raumsituation der Nachmittagsbetreuung zu diskutieren. Die Betreuerinnen hatten zuvor Verwaltung und Gemeinderat schriftlich sensibilisiert, heißt es in der Pressemitteilung des Rathauses. So stehe ein Betreuungsraum - ein ehemaliges Klassenzimmer im Obergeschoss - zur Verfügung. Er wird ganztags von Früh-, Spät- und Nachmittagsbetreuung genutzt. Fürs Mittagessen steht die Schulküche bereit; gerade montags muss zudem der Fachraum der Bildenden Kunst mitgenutzt werden. Schulhof und Turnhalle kommen als Bewegungsbereich dazu.

Seit 2008 macht die Gemeinde flächendeckend in ihren Schulen zusätzlich zur verlässlichen Grundschule Betreuungsangebote für den Nachmittag plus Mittagessen.

In der Albrecht-Dürer-Schule findet montags Nachmittagsunterricht statt, daher ist an diesem Tag das Mittagessen mit Mittagsbetreuung stark nachgefragt. Waren es 2008 zwölf Kinder, die das Angebot nutzten, sind es nun 62 – Tendenz steigend. Gerade montags werde – so die Betreuerinnen – die Problematik besonders deutlich: Bei nur einem Betreuungsraum und einer Schulküche, die zwei Stockwerke auseinander lägen, müsse in zwei Schichten gegessen werden. Dies erzeuge räumliche Enge in den Zimmern und erschwere die Aufsicht. Gerade nach dem Stillsitzen und Arbeiten bräuchten die Kinder jedoch Platz, um sich entweder auszutoben oder zur Ruhe zu kommen. Diesen unterschiedlichen Bedürfnissen könne ein Betreuungsraum allein nicht gerecht werden. Als ideal aus Sicht der Betreuerinnen werde eine kompakte Situation empfunden, bei der alle betroffenen Räume möglichst nah beieinander liegen, das Bewegungs- und Ruhebedürfnis der Kinder jedoch gleichermaßen erfüllt werden könne.

Rektorin S. H. wie Bürgermeister A. S. loben Engagement und Ideen der Betreuerinnen. Man sei sich bewusst, dass die aktuelle Situation aus der Not heraus entstand. Die geplante Turnhalle hatte einen umfassenden Ganztagsbereich für die Schule enthalten, ehe der Neubau zurückgestellt werden musste. S. kann und will bezüglich des Neubaus aufgrund der angespannten Finanzlage der Gemeinde auf Sicht von mindestens zwei Jahren keine falsche Hoffnung wecken. Gemeinderat wie Verwaltung seien aufgerufen, der sehr erfolgreichen Betreuungsarbeit an der Grundschule eine erträgliche Übergangslösung zu bieten. Als nächstes werden Ideen gesammelt und geprüft. Schule, Betreuung und Verwaltung streben dazu einen aktiven Dialog an, um kurzfristig eine Übergangslösung zu finden – und das langfristige Ziel eines gebündelten Betreuungsbereiches nach Möglichkeit außerhalb des Schulgebäudes nicht aus den Augen zu verlieren.

Das Fazit aus Sicht der Gemeinde: „Seit 2008 hat sich trotz Verringerung der Schülerzahlen der Betreuungsbedarf (Zahl der gemeldeten Kinder) mehr als verdreifacht. Während hierauf mit engagiertem Personal reagiert werden konnte, war ein adäquater räumlicher Ausgleich bislang nicht möglich. Seit Bestehen des Angebotes hat die Gemeinde noch keine Kinder bei den Betreuungsangeboten an Grundschulen abweisen müssen“, endet der Pressetext.

Fakten:

Das Betreuungsteam: derzeit neun überwiegend auf Minijob-Basis tätige, engagierte Frauen (2008: 2 Betreuerinnen)

Die Schule: aktuell 138 Schüler in acht Klassen und acht Klassenräumen (2008: 176 Schüler)

Die kumulierte Zahl der durchschnittlichen Anmeldungen in Früh-, Spät- und Nachmittagsbetreuung: aktuell Montag-Freitag 445 (2008: 137)